Schweine-Elend. 50.000 Tiere verbrannt!!!

Schweine-Elend. 50.000 Tiere verbrannt!!!

Info vorab

60.000 Tiere vegetierten in der Schweinezucht-Anlage in Alt-Tellin, gerade mal 10km von Gribow.
Sie lebten in Ställen, in denen sie stehen oder liegen, aber sich nicht drehen konnten.
Rund 9000 Sauen brachten in dieser Anlage rund 250.000 Ferkel zur Welt, jährlich.

Die Anlage wurde gebaut von Adrian Straathof, einem Holländer, der in seinem Heimatland  Holland nicht mal einen Hund halten dürfte, der inzwischen in Deutschland ein Tierhalte-Verbot hat.
Was aber nichts ändert. Denn die Anlage (eine unter mehreren, aber darunter die größte) firmiert jetzt unter Landwirtschaftlicher Ferkelzuchtbetrieb und wurde aufgekauft von einer Terra Grundwerte AG.
Die Söhne des Herrn Straathof sind weiterhin in dieser Firma tätig.
Immer wieder wurde gegen die Anlage protestiert und Klage eingereicht, denn die Anlage verstößt gegen viele Anordnungen und Gesetze.
Daß die Anlage gegen die Brandschutzverordnung verstößt, ist seit 2012 Gegenstand einer Klage.
Diese Klage wird von der Justiz nicht verfolgt, unter den Tisch gekehrt.

Daß diese Klage berechtigt ist, zeigte sich gestern.
Am 30. März 2021 „überlebten“ gerade mal 1.500 von rund 60.000 Tieren den Brand.

Solche Einrichtungen sind einfach nur unwürdig. Ohne Respekt, ohne Empathie werden Tiere gequält.

Die Politiker in diesem Land machen gemeinsame Sache mit der Profitgier. Wie sonst kann eine solche Anlage jahrelang gegen alle Proteste und Beweise weiterbetrieben und weiterausgebaut werden?

Ich bin verzweifelt, nicht nur über das Elend das über diese Tiere gebracht wird, sondern über die Indolenz der zuständigen Politiker.

Der Minister für Landwirtschaft und Umwelt des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus, vergießt Krokodilstränen.

Es fällt mir schwer, einzelne Sätze aus der Pressemitteilung des Ministers Backhaus herauszupicken, deshalb nachfolgend der ganze Text.

Till Backhaus

Brand in Schweinezucht­anlage ist eine Tragödie


„Nach unseren Kenntnissen befinden sich in der Anlage rund 9.000 Sauen und rund 50.000 Ferkel. Man kann sich das Tierleid bei einem solchen Brand nicht vorstellen. All jene, die damals gegen Bau dieser „Ferkel-Fabrik“ protestiert haben, sehen sich nun im Recht. Und auch ich habe immer gesagt, wir wollen solche Anlagen nicht. Sie passen weder in die Zeit, die Menschen wollen, dass Nutztiere besser behandelt werden und dass ihr Schutz garantiert werden kann. Noch passen sie in unser Land, das mit intakter Natur und gesunder Ernährung um Touristen wirbt. Solche Großanlagen sind schwer zu „handeln“ und wie man sieht, gibt es eben keine garantierte Sicherheit für die Tiere. Zwar muss bei der Planung von Großanlagen mittlerweile das Einvernehmen mit der Gemeinde hergestellt werden. Doch ich werde mich weiter dafür einsetzen, dass ohne Flächenbindung keine derartigen Anlagen mehr genehmigt werden können. Von der gesetzgeberischen Seite muss gehandelt werden, damit sich solche Tragödien nicht ständig wiederholen. Ich erinnere daran, dass wir erst kürzlich in Kobrow einen großen Brand hatten, dem hunderte Tiere zum Opfer fielen. Niemand will mehr solche Bilder sehen müssen.

 

Wie verlogener denn noch?

Wen kritisiert Herr Minister hier? Doch wohl sich selbst…

Herr Minister fordert auch, daß „der Gesetzgeber“ nun endlich etwas gegen diese Art der Tierhaltung unternehmen müsse…. Wie bitte?

Er ist der Minister. Er ist dafür verantwortlich, daß sein Ministerium jahrelang wenn nicht gemeinsame Sache, dann aber zumindest weggeschaut hat.

Ein solcher Minister muss zurücktreten.

Seine Untätigkeit und Ignoranz, sein Zynismus – dies alles tritt alle Grundwerte, die so oft beschworen werden, mit Füßen. Grundwerte? Ach ja, da sind wir ja wieder bei der Betreiberfirma der Anlage in Alt-Tellin.

Terra Grundwerte AG !!!!

 

 
 

Ein anderer, profilierter Politiker aus unserem Landkreis Vorpommern-Greifswald, der corrupt-demokratische Bundestagsabgeordnete Philipp Amthor hat dem Hörensagen zufolge übrigens dagegen gestimmt, daß die EU-Richtlinie, die die betäubungslose Ferkelkastration oder das Kupieren der Schweineschwänze verbietet, in Deutschland umgesetzt wird.

Man muss sich ja nicht nach allem richten.

Ein Zitat aus der Süddeutschen:
Landwirte schneiden Expertenschätzungen zufolge mehr als neun von zehn Ferkeln im Alter von nur wenigen Tagen einen Teil der Schwänze ab. Ohne Betäubung. Zwar ist bis heute nicht abschließend geklärt, was das junge Ferkel spürt, aber Wissenschaftler glauben, dass der Prozess schmerzhaft ist.

Ob das Politikern auch weh täte?

Philipp Amthor