Papierne Schätze

„Kostbarkeiten aus sechs Jahrhunderten – von Dürer, Rembrandt und Friedrich bis Barlach“ heißt die Ausstellung im Pommerschen Landesmuseum in Greifswald, die am Sonntag zu Ende geht.

Es sind wirklich Schätze, die da gezeigt werden. Mich berührt es immer wieder, Kunstwerken gegenüber zu stehen, die ich schon aus Büchern, aus dem Unterricht, oder sonstwoher kenne. Es gibt dann immer so eine Vertrautheit, die mit Rührung und Schaudern gepaart ist.

So ging es mir heute auch. Die Ausstellung schafft es auf eindrucksvolle Weise, die Entwicklung der Kunst (seien es Kupferstiche, Radierungen, Zeichnungen) vom starren Kanon bis zur Freiheit des Rembrandt Harmensz. van Rijn aufzuzeigen, im 2. Teil dann ging es bis in unsere Zeit, bis zu Herbert Wegehaupt (dem Vater Matthias Wegehaupts, Maler und Schriftsteller auf Usedom)

Mir bleibt der Eindruck, den Rembrandts Selbstporträts und die Porträts seiner Mitmenschen auf mich machten.  Ich erinnere mich an ein Selbstporträt Rembrandts im Louvre in Paris, das mich sehr direkt ansah, mich beeindruckte, ein Porträt in Öl. Die Zeichnungen jedoch wirken noch stärker auf mich. Individuen, Männer mit freiem Blick, gelöst aus der Starre des Bilderkanons, Menschen, keine Phänotypen.
Das wird wohl auf immer das Vermächtnis des großen Meisters sein.

Rembrandt: Selbstporträt, zeichnend

 

Papierne Schätze, Kostbarkeiten aus sechs Jahrhunderten. Sonderausstellung vom 26.05. – 31.07.2011 im Pommerschen Landesmuseum, Greifswald.

Bildnachweis:
Rembrandt Harmensz. van Rijn, Selbstporträt mit aufgelehntem Arm, 1639, zeno.org
Rembrandt Harmensz. van Rijn, Selbstporträt zeichnend, 1648, zeno.org