Sprachlos in einer grenznahen Region

Daß der Landkreis Vorpommern-Greifswald / das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern  an das Nachbarland Polen grenzt, ist bekannt. Diese Nähe zum Nachbarland und seine Sprache hat leider keinerlei Auswirkungen auf die schulische Bildung in unserem Landkreis / in unserem Bundesland

Und das ist sehr sehr beschämend.

Nun hat die „Greifswalder Studie zur Vermittlung der polnischen Sprache in grenznahen Kitas und Schulen„, durchgeführt von Wissenschaftlernder Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, ein sehr trauriges Bild herausgearbeitet, aus dem ich einen Abschnitt übernehme:

In der Grund- und Orientierungsstufe fehlen in Mecklenburg-Vorpommern die bildungspolitischen Rahmenbedingungen für den systematischen Polnischunterricht, ausreichend qualifizierte Fachkräfte sowie geeignete Lehrmaterialien für die Klassenstufen eins bis sechs, die über ein Arbeitsgemeinschafts-Angebot hinausgehen. Erschwerend für solche Angebote kommt hinzu, dass entsprechende Leistungsstandards fehlen, die Kontinuität nicht gewährleistet werden kann, die Schüler aufgrund der konkurrierender anderer Ganztagesangeboten schwer zu motivieren sind, Lehrkräfte für solche Angebote unzureichend oder nur eingeschränkt qualifiziert werden können.

 Ist das traurig oder peinlich? Ich finde beides. Wie soll Verständigung entstehen, wie sollen die Menschen in dieser Region zu einem gemeinschaftlichen Leben und Arbeiten finden können, wenn sie die Sprache nicht lernen können? Wie wir wissen ist OVP eine strukturschwache Gegend, aber Stettin eine aufstrebende Wirtschaftsregion. Die Menschen aus unserem Landkreis können daran aber wohl nicht teilhaben, da sie sich nicht verständigen können.

Von den polnischen Arbeitnehmern, die auf der Insel Arbeit finden, wird die Beherrschung der deutschen Sprache erwartet. Unsere Bevölkerung bekommt keine Bildungs- und Lern-Chancen.

Fazit der Studie:

Das Erlernen der polnischen Sprache im Sinne des von der Europäischen Kommission und dem Europäischen Rat empfohlenen frühen Fremdsprachenlernens ist derzeit nur punktuell möglich. Mecklenburg-Vorpommern ist einer zukünftigen Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften mit regionalspezifischen Kompetenzen somit noch nicht gewachsen.

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