Baumfällaktion an der B111

Ich habe nun letzte Woche die Antworten auf meine Fragen an die Untere Naturschutzbehörde erhalten und gebe sie hier so wie ich sie erhalten habe, wieder:

„Der Abschnitt an der B111 zwischen Gützkow und Kreuzung Ranzin entspricht katastermäßig dem Abschnitt 60 des Straßenbauamtes Stralsund.

In diesem Abschnitt wurde am 25.09.12 eine gemeinsame Baumschau mit Vertretern der Straßenmeisterei Helmshagen und der unteren Naturschutzbehörde durchgeführt. Es wurden 41 Bäume besichtigt, davon werden 32 Bäume gefällt, 6 Bäume auf ihre Stand- und Bruchsicherheit untersucht und 3 Bäume wurden nicht zur Fällung freigegeben.
Die Untersuchungen an den 6 Bäumen führten zu dem Ergebnis, dass noch mal 2 Bäume auf Grund nicht ausreichender Restwandstärken gefällt werden müssen.
Es handelt sich vorrangig um Spitz- und Bergahorn.
Die Bäume waren größtenteils abgestorben, 6 Bäume hatten Hohlstellen mit Pilzbefall, wo die Stand- und Bruchsicherheit nicht mehr gegeben war.

Bei abgestorbenen Bäume wird lt. Alleenerlass ein Ersatz in Höhe von 1:1 geleistet, bei den restlichen Bäumen richtet sich der Ersatz in Abhängigkeit der Bestandsform der Allee und dem Stammumfang der Bäume. Bei der Bestandsform „Allee“ mit Stammumfängen von ca. 2,00 m bei den Bäumen ist ein Ersatz in Höhe von 1:3 zu leisten, wobei 2 Bäume zu pflanzen sind und für 1 Baum sind 365,00 € in den Alleenfonds zu zahlen.
Die Ersatzpflanzungen werden in der Regel nicht am Eingriffsort vorgenommen, da die Konkurrenzwirkung der alten Alleebäume zu stark ist. Seitens des Straßenbauamtes Stralsund sind in 2013 u.a. folgende Neupflanzungen geplant:

L26 OU Levenhagen 319 Stk
B109 HGW-Elisenpark noch offen
B 111 Züssow-Moeckow 125 Stk
L 31 Sarnow-SchwerinsburgWildbirne noch offen“

Das ist bitter. Von 25.000 Alleen-Bäumen zu Beginn der 90er Jahre in Mecklenburg-Vorpommern sind gerade mal geschätzte 7000 Bäume übrig geblieben. 

Gründe für das Baumsterben, eher Baumtöten? Der erhöhte Salzeintrag in den kalten Wintern, Herbizid-Einsätze der Agrar-Industrie, weitere Gründe… ich meine auch Bosheit und Baumfeindlichkeit.

2 Replies to “Baumfällaktion an der B111”

  1. und Alter? Woher wissen Sie, dass dies die entscheidenden Gründe sind? Grüner Urinstinkt? Irgendwann stirbt jeder Baum.

    Woher ist die Zahl des Alleebaumsterbens? Wenn die stimmt, wäre es tatsächlich erschreckend. Aber ich glaube dies nicht. ist bestimmt wieder eine Fantasiezahl des BUND. Und berücksichtigt bestimmt auch nicht die Ersatzpflanzungen. Nach dem Motto der Grünen: Panik, Panik. Panik. Nur keinen Raum für Sachargumentation lassen.
    Die beschriebene Feilscherei um jeden Baum zeigt doch, dass die Umweltbehörden im Dilemma, zwischen Baumschutz und Verkehrssicherheit entscheiden zu müssen, nicht pauschal und verantwortungslos handeln. Meiner Erfahrung nach handelt es sich bei den Amtsmitarbeitern im Übrigen um BUND- oder in diesem Fall um NABU-Leute, die sich aber im Gegensatz zu den Panikleuten am Gesetz halten müssen.

    Ansonsten: Meine Hochachtung vor Ihrer Hartnäckigkeit. Echt. Nicht ironisch gemeint.

  2. Hallo!

    DIe Zahl 25.000 => 7.000 fiel letzte Woche in einem NDR-Bericht.

    Ich bin keine Baum-Expertin, aber ich habe bei den gefällten Bäumen, die ich sah, keine Krankheitszeichen gesehen. Abgestorbene Baumkronen – das kann man im Winter nicht belegen bzw. widerlegen.

    Vor 30 Jahren saß ich im Frankfurter Wald im Hüttendorf, gegen den Ausbau der Startbahn West. Seitdem bin ich empfindlich.