Weihnachten in einer gottlosen Gegend…

Weihnachtsmarkt

Unsere Gegend hier scheint mir oft doch recht gottverlassen.

Am 31.10. ist der Reformationstag und hier in MV somit schulfrei, aber die Kinder und die Eltern glauben, schulfrei sei weil da ist Halloween.

Eine Neunjährige sieht ein Kreuz und findet kein Wort dafür. Daß am 6.12. der Nikolaustag ist? „Ach so, da steckt was in den Schuhen„.

Nun ja.  Und jetzt meint der Vorsitzender des Greifswalder Innenstadtvereins (was immer das auch ist), Herr Embach (wer immer das auch ist), das Greifswalder Zentrum sei nach den Weihnachtsfeiertagen, nach dem Abbau des Weihnachtsmarktes unattraktiv. Unattraktiv für Besucher.

Klar, wenn ich als Besucher etwas besuchen möchte, das nicht besuchbar weil abgebaut ist, dann ist das für den Besucher unattraktiv.

Wenn ich als Besucher die Stadt Greifswald besuchen möchte, dann ist der Marktplatz für mich attraktiv. Auch wenn ich dann nicht mit Kitschmusik angebrüllt werde, mir sich nicht der Magen umdreht ob der Schaschliks und Nierenspieße samt Zuckerwatte und ich mir nicht die vielen schlechtsitzenden roten Mäntel ansehen muß.

Aber nein, attraktiv ist nur wenn man konsumieren kann. Also muß der Weihnachtsmarkt länger stattfinden. Alles andere wäre ja eine Zumutung für die armen Besucher.  Was Weihnachten ist und warum das gefeiert wird, wer weiß das noch? Muß man das noch wissen?

Wenn ich mich recht erinnere, hat Jesus die Händler aus dem Tempel vertrieben.

Bildnachweis: Creative CommonsSome Rights reserved, Fotograf: RolfVolker