Kategorie: Gribow

Unterstützung von Internet-Startups, mehr Fachkräfte ausbilden:

digitalisieren – vernetzen – gründen: diese Regierung nutzt große Worte im Vorfeld und bei der Eröffnung des Nationalen IT-Gipfels.  Alles leere Worte.Nationaler IT-Gipfel

Seit Beginn dieser Regierungskoalition wird vom Ausbau der Netzstruktur geredet, aber nichts geschieht. In strukturschwachen Regionen wird der Ausbau nicht gefördert. sondern gefühlt zurückgefahren. Es wird nicht Schrittgehalten.

Solange solche Hohlroller wie das Wirtschaftsministerchen Rösler * im Amt sind, wird der Netzausbau und damit die wirtschaftliche Strukturförderung  an Vodaphone und deren schaumschlägerische LTE-Versprechungen samt Drückerkolonnen delegiert.

Da klingen so dämliche Texte wie „Blogger-Challenge“ und „Hallo Innovationswelt!“ und Veranstaltungen wie der „Young IT Day“ nur noch zynisch in den wirtschaftlich abgehängten Regionen.

Und hier in der Region geht der Netzausbau mühsam voran, für die grossen Provider lohnen wir nicht. Zum Glück gibt es hier in Gribow Netzzugang über die Firma  NerdPatrol.

*: Vielleicht finden Sie meine Wortwahl zu krass, aber schauen Sie sich die Webseite dieses Nationalen Gipfels an. Und stimmen  Sie mir dann zu ;=)

und der Herbst beginnt …

so klingt es in einem Herbstlied. Und so ist es auch.

Gestern begrüssten mich wunderschöne Sonnenstrahlen im ersten Morgennebel. Die merklich kühleren Temperaturen locken mich in die Küche, etliche Eimer Holunder und Äpfel warten auf ihre Verarbeitung.

Erster Morgennebel

Morgenlicht

Holunderproduktion

Nachmittags dann wärmt die Sonne noch. So soll der Herbst bleiben!

In Gribow geht die Solar-Panel-Bestückung der alten Deponie voran, am Strassenrand werden starke Kabel verlegt, der Deponie-Hügel sieht bald aus wie ein gepanzerter Igel. Das werde ich mir demnächst genauer ansehen.

Spätsommer macht Arbeit …

nach einer Woche Abwesenheit dräut der Holunder umso mehr. So verbringe ich Tage in der Küche und produziere Süßes und Herbes.  8 Liter Holunderlikör, 10 Liter Holundersaft, sowie 14 Gläser Gelee und 18 Gläser Marmalade, und das ist noch nicht das Ende …

Stockrose

Derweil liefern die Stockrosen vor dem Haus beeindruckende Samen-Mengen, den Samen dieses Prachtexemplars habe ich separat gesammelt, vielleicht wächst aus ihnen auch wieder solche großen Pflanzen? Die Keksdose mit Stockrosensamen (Althaea rosea) ist jedenfalls gut gefüllt.

Zwischenaufenthalt

Und die Pflanzen für das geplante Schmetterlingsfutter-Beet warten in einem „Zwischenlager“. Der Ehrgeiz hat mich gepackt, ich wünsche mir ein buntes Staudenbeet mit Blumen, die Schmetterlingen und Bienen anlocken und versorgen. In einem Gartencenter am Niederrhein habe ich auf unserer Rundreise schon gut eingekauft, dann kamen noch Pflanzen vom Gartenbaubetrieb Hager in Bartow hinzu. (Darüber schreibe ich sicherlich noch einmal separat). Dort gibt es Pflanzenarten, die hier gut wachsen und vielleicht etwas unscheinbar sind, wie beispielsweise die Odermennige, aber umso liebenswerter.

Dem Beet fehlt noch die Umrandung, und auch gemulcht ist noch nicht. Aber die Pflanzen sind in der Erde. Bis auf eine: die Färberscharte.

Färberscharte, Serratula Tinctora

Diese Pflanze war mir im Bauerngarten des Schlosses Moyland am Niederrhein aufgefallen, die Schmetterlinge taumelten wie bekifft um sie herum, es brummte und summte – also eine grosse Attraktion für die Insekten. Die Blume gibt es nicht in jedem Gartencenter, aber ich habe einen Pflanzenbetrieb in Stade gefunden, der Pflanzen und Samen anbietet. Nun sind sie bestellt und ich freue mich.

Doppelter Regenbogen

Am späten Nachmittag wurden wir noch mit einem doppelten Regenbogen beglückt, selten habe ich einen solch schönen geschlossenen Bogen gesehen, er ging, sage ich mal, von Anklam bis Wolgast. Aber wo war der Goldtopf versteckt?

Gribow anno 1694

Heute findet man alte Karten im Internet, von denen ich als Geographie-Studentin nur träumen konnte. Bei der Suche nach Material stieß ich auf das Projekt „SVEA-Pommern“, welches Karten und Texte der ersten schwedischen Landaufnahme von Pommern 1692 bis 1709 dokumentiert. Es ist eine GIS-gestützte Auswahl des ersten deutschen Katasters im Internet.

Wenn man auf der Projektseite den Ortsnamen Gribow eingibt, erhält man Karten und Ortsbeschreibungen zu unserem Ort, z.B. die Beschreibung des Adelshofs Gribow, der im August 1694 geometrisch aufgenommen wurde.

Ich werde in den nächsten Tagen noch mehr über diese Karten und Daten hier berichten, heute ein Kartenausschnitt aus dem Jahre 1694, der verblüffend zeigt, wie wenig sich das Ortsbild geändert hat in den letzten Jahrhunderten. Straßen und Wege sind identisch geblieben und fast vermeine ich mein Haus zu erkennen. Da sich die natürlichen Gegebenheiten nicht geändert haben, haben sich auch nicht die Wohnplätze geändert.

Hier ein Ausschnitt aus der Matrikel-Karte:

Matrikelkarte, entstanden anlaesslich der Landesvermessung von Schwedisch Pommern 1692 - 1709

Die große Karte ist zu finden auf der Projekt-Seite und was es mit dem Ort Balitz auf sich hat, das werde ich demnächst auch noch hier schildern.

Ach ja: die Rechte:

Die Nutzung dieser Aufnahme für Forschung, Lehre und Privatgebrauch ist gestattet. Gewerbliche Nutzung, Reproduktion und Veröffentlichung nur mit schriftlicher Genehmigung des Landesarchivs Greifswald.

 

 

1816: Sammlung aller ….Verordnungen

In  dem doch recht lang und weitschweifig betitelten Werk Diedrich Herrmann Biederstedts, Doctors der Theologie, königlichen Consiliar-Rathes, Vormittagspredigers und Archidiakon der der Nikolai-Kirche in Greifswald Sammlung aller kirchlichen, das Predigtamt, dessen Verwaltung, Verhältnisse, Pflichten und Rechte betreffenden Verordnungen im Herzogthume Neuvorpommern und Fürstenthume Rügen. aus dem Jahre 1816 finden sich interessante Einsichten in die Kirchenverwaltung der damaligen Zeit, im zweiten Teil dann auch Information zu Gribow:

Seite 171

II Ueber das Religions- und Kirchenwesen in Pomern insbesondere

Seite -171-
Die dritte Synode war die wolgaster.
Außer Stadt Wolgast gehörten Bauer, Boltenhagen, Grossen Bünsow, Rubkow, Cröslin, Hohendorf und Catzow, Lassahn, Pinnow und Murchin, Ranzien, Schlatkow und Quilov, Wusterhusen, Zarnekow und Steinfuhrt, Züssow und Ziethen zu dieser Synode.

Seite -173-
Ranzien erhielt außer seinen eigenen Einwohnern die von Lüssow, Schmatzien, Gribow, Glödenhof (ehedem Balitz; Balitz ist völlig geschleift, und Glödenhof, doch nicht wo ehemals Balitz lag, erbauet); Jasedow, Oldenburg und Pretschow.

Hier findet sich also wieder ein Hinweis auf den nicht mehr existierenden Ortsteil Balitz.

URL des Buches bei den Googlebooks: https://play.google.com/store/books/details?id=F1INAAAAYAAJ&hl=de