Kategorie: Gribow

Ländliche Stille <=> neuer Asphalt

Tag gegen Lärm 2011
Lärm nervt und macht krank

seit die B111 neu asphaltiert wurde, ist der Verkehrslärm hier sehr angestiegen.

Natürlich haben wir immer schon an den Hauptanreisetagen auf die Insel mehr Lärm abbekommen, aber der neue Straßenbelag hat das ins Störende, Fast-Nicht-Mehr-Erträgliche gesteigert.

Es gibt „Flüster-Asphalt“. Damit kann das Straßengeräusch deutlich vermindert werden.

Ist es dem Straßenbauamt nicht möglich, bei der Planung der Neu-Asphaltierungen generell bei Ortsdurchfahrten oder an Wohnhäusern (z.B. Nepzin-Ausbau) für diese Strecken gleich den  Flüsterasphalt einzuplanen?

Was an Lärmbelastung eingespart wird, zahlt sich später im Gesundheitswesen aus.

Mein Blog zum Lärm: Die Einschaltverweigerung. Da schreibe ich seit Jahren gegen den Lärm an. Erstaunlicherweise gehört Lärm zu den Krankmachern par excellence; diese Tatsache wird aber vehement bestritten. Immer wieder, gegen jede Vernunft.

Wo bleibt das Holz? Wer verdient daran?

Jetzt ist die Pappel-Allee von Kölzin nach Gützkow dran, wird komplett abgeholzt. „Die seien alle krank“ sagt die Bürgermeisterin.

– Wer stellt die Krankheit fest?

-Gibt es Belege dafür? Kann man die einsehen?

-Wo bleibt das Holz?

-Wer verdient daran?

Ich glaube nicht, daß soviele Bäume krank sind. 

Der Bevölkerung ist es egal. Den Gemeindevertretern wohl auch. Der stellvertretende Gribower Gemeindevorsteher antwortet nicht auf Mails mit Fragen zu Ersatzpflanzungen in Gribow.  Am 3. April sandte ich ihm eine Kopie des Zeitungsartikels über die Suche nach Plätzen für Ersatzpflanzungen mit folgender Mail:

Hallo Herr Peterson,
ich habe mal die Artikel allein aus dem Nordkurier der letzten Zeit zu dem Thema zusammengestellt.
Die Lage ist bedrohlich, es fehlen Baumpflanzungen.
Wäre es möglich, daß das doch ein Thema für Gribow wird?
Was können wir tun, um hier Bäume anzupflanzen?
Es wird die Gemeinde nichts kosten, es ist dringend
Können wir uns mal zu einem kurzen Gespräch über das Thema treffen?
Mit freundlichen Grüssen
Cornelie Müller-Gödecke

Ich habe keine Antwort darauf bekommen,  damit ist das Thema aber nicht erledigt.

Baumfällen? Aber sicher doch! Baum pflanzen? Ja wo denn?

Ich mag es nicht glauben. Ich vermute mal ins Grüne:

Vielleicht ist die Pflicht zur Ersatzpflanzung ja an eine Frist gebunden, nur Ersatzpflanzungen innerhalb einer bestimmten Zeitspanne werden bezahlt ? … danach gibts nichts mehr?

Nur so kann ich mir erklären, daß das Straßenbauamt im ehemaligen Landkreis Ostvorpommern nicht weiß, wo es die Ersatzbäume pflanzen soll. Ich zitiere aus einem Bericht des Nordkuriers:

Martin Dimaczek vom Straßenbauamt Stralsund bestätigt, dass es nach wie vor einen erheblichen Rückstand in Sachen Ausgleichspflanzungen gibt. Aber man sei mit Nachdruck dabei, das Defizit abzubauen, betonte er. Daher suche man händeringend nach Möglichkeiten, Bäume zu pflanzen – auch Kreis- und Gemeindestraßen kommen für solche Ausgleichsmaßnahmen infrage.
Doch vor allem die Eigentumsfragen sind nach den Worten von Martin Dimaczek ein großes Hindernis. Denn der Besitzer des jeweiligen Grundstücks muss zustimmen und seine Fläche für die Pflanzungen abgeben. Und bei einer Baumreihe oder Allee entlang einer Straße sind oft mehrere Eigentümer betroffen. Insofern sind oft langwierige Verhandlungen nötig. Oder es klappt gar nicht.

Hallo Gribow???? Hier gibt es wenige Eigentümer entlang der Straßen, da müsste doch gepflanzt werden können. Hier hat ja nicht nur die Untere Landschaftsschutzbehörde oder das Straßenbauamt gefällt, auch um die Gutsanlage  Gribow  herum fehlt ein Baum nach dem anderen.

Ach ich habe ja vergessen, daß die Gemeindevertretung Gribow ihre Termine nicht mehr ankündigt. Informationsblätter aus dem Amt Züssow, in denen die Termine angekündigt sein könnten,  habe ich auch dieses Jahr noch nicht gesehen.  Also schaue ich auf der Seite des Amtes Züssow nach und was sehe ich? Die Gemeindevertretung hat ganz heimlich, still und leise im Februar getagt, am 13.02., da gab es sogar eine Einwohnerfragestunde …hat aber niemand was gefragt. Ja wie denn auch?????

Der ganze Artikel im Nordkurier:
Schulden-Abbau mit geschenkten Bäumen

 

Der letzte Baum …

ist einer zuviel! Also fort damit!

Baumfällen an der B111
Baumfällen an der B111

Nach der Strecke Züssow-Gribow ist jetzt die Strecke Gribow – Gützkow an der Reihe. Zu beiden Seiten werden im Hauruck-Verfahren Bäume gefällt und die Stämme abtransportiert.

Wird hier eine Straßenverbreiterung vorbereitet? Sollen die starken Jungs statt gegen Bäume nun lieber in den Graben fahren, wenn sie aus unbekannten Gründen aus der Spur laufen?
Waren die Bäume krank? Alle? Wirklich?

Das glaube ich erstmal so nicht. MeckPomm mag zwar das Land der Alleen und Chausseen sein, aber das reicht ja, wenn es für die Fremdenverkehrsprospekte noch 3 Kilometer Baumstrecke gibt, ansonsten fort damit. Stehen nur im Wege rum. Baumfeindlichkeit scheint mir eine Zivilisationskrankheit zu sein.

P.S.:

Jetzt auch in Gribow
Jetzt auch in Gribow

Waren sie gestern zwischen Gribow und Gützkow unterwegs, hauen sie jetzt noch an der Ortsausfahrt Gribow Richtung Züssow die Bäume weg. Ich könnte heulen.
Ich habe mich bei der Unteren Naturschutzbehörde erkundigt und die Auskunft erhalten, daß sehr viele Bäume gefällt werden müssen. Gründe: abgestorbene Kronen wegen Alter der Bäume, Eschensterben, Salzeintrag. Ersatzpflanzungen in großem Umfange seien vorgesehen.

Ich werde eine schriftliche Anfrage an die Untere Naturschutzbehörde richten, um genauere Informationen, die mir zugesagt wurden, zu erhalten.

Gribow, Balitz, Gloeden-Hof

Landbuch des Herzogthums Pommerns und des Fürstenthums Rügens

enthaltend Schilderungen der Zustände dieser Lande in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. / Der Greifswalder Kreis: historische Beschreibung der einzelnen Ortschaften, mit Ausschluß der Stadt Greifswald und der Hochschule daselbst. IV. Teil, Bd. 1

Das ist der Titel des umfangreichen Werkes von Heinrich Karl-Wilhelm Berghaus, im Jahre 1868 im Dietz-Verlag erschienen, als GoogleBook jederzeit einzusehen.

Darin findet sich ein kurzer Eintrag zu dem Ort Gribow:

Gribow, Rittergut,  ½ Mle. von Ranzin gegen Westen und kaum ½  Mle. von Gloedenhof gegen Norden, in der Niederung am Mühlenbach, Swine, und an der, von Wolgast nach Gutzkow und Jarmen führenden Kunststraße.

Besitzer: Abraham Friedrich Bunge, seit 1863.

Der Kornbau wird hier in Koppelwirtschaft getrieben. Von den Wiesen kann der größte Theil zwei Mal geschnitten werden, der Rest ist einschurig; theilweise findet wilde Rieselei Stall. Gartenbau wird zum Bedarf getrieben und an Obst kann im Durchschnitt jährlich für 100 Thlr. vertauft werden. Das Bruchholz hat guten Be stand; Eichen-, Buchen- und Birkenbestand ist mangelhaft. Federvieh wird zum Bedarf gehalten, und von Gänsen werden jährlich 100 Stück verkauft. Der Fischfang im Mühlenbach «. hat wenig zu bedeuten. Mergel, Torf, Lehm zum Bedarf; auch Rasen eisenstein kommt vor, wird aber nicht ausgebeutet. Eine früher bestandene Wassermühle ist eingegangen.

Daß dieser Ort eine altslawische Ansiedlung ist, sagt schon der Name : Grib heißt der Pilz, Erdschwamm. In den älteren Urkunden des 13. und 14. Jahrhunderts wird Gribow nicht genannt. Die späteren Besitzverhältnisse ergeben sich aus dem vorher gehenden Artikel Gloedenhof. Es hat auch eine Familie Gribow gegeben, die indeß nur ein Mal, 1523, vorkommt, als in Gristow, Grischow, Grimmenschen Kreises, gesessen.

Für den, ders noch genauer wissen möchte, findet sich eine längere Darstellung über die Eigentumsverhältnisse seit dem 16. Jahrhundert. Die Gründe für die Besitzwechsel waren ab und an fehlende Nachkommen, fast immer aber Armut und Verschuldung:

Im Jahre 1694 gab es in Gribow 2 Höfe : auf dem einen, wozu 2 Kossäten gehörten, wohnte Felix Heinrich v. Gloeden, auf dem andern, mit einem Freimann und Kossäten, ein v. Koller. Der Gloedensche Antheil wurde auf 10½ Ritterhufen und 4½ steuerbare Hakenhufen gerechnet; in Balitz hatte Gloeden 2 Kossatenhöfe von 3¼ Landhufen und der Kanzler Wolffradt 1 Hüfner von 3 Landhufen, die als Pertinenzstück von Lüssow angesehen wurden. Felix Heinrich v. Gloeden erhielt bei der allgemeinen Landeshuldigung, im Anfange des Jahres 1700, einen Lehnbrief über Gribow und Balitz. Er starb den 13. November 1700, sieben Söhne hinterlassend, von denen sechs unverheirathet gestorben sind. Der vierte Sohn, Hans Carl v. Gl., Hauptmann in Preußischen Diensten, erhielt im Jahre 1724, in Folge der Cession seines älteren Bruders, des Königl. Preuß. Landjägermeisters Jochen Gustav, die Güter Gribow und Balitz, wovon er elfteres noch dadurch verbesserte, daß er im Jahre 1726 von den Erben des Bürgermeisters von Corswant, dessen von Philipp Ernst v. Horn im Jahre 1703 erlangtes Recht an den Hof in Gribow, den bis dahin die Familie v. Koller pfandweise besessen hatte, für 2800 Thlr. Pommersch Courant erwarb.
Aus semer Ehe mit Agnes Hedwig v. Behr, aus den Häusern Dargezin und Müssow, entsprossen drei Söhne, von denen Carl Gustav, geb. 1733, in der Theilung mit seinem Bruder Christian Ludwig, geb. 1739 (der zweite starb als Kind), die väterlichen Güter Gribow und Balitz, und nach dem Tode des gedachten Bruders,  † 1782 unverheirathet, auch das von demselben 1776 für 21.000 Thlr. Pomm. Courant gekaufte Gut Willerswalde erhielt. Carl Gustav † am 3. September 1810 und hinterließ, aus seiner Ehe mit Eleonora Ernestine Louise von Eickstädt, einen einzigen Sohn Hans Felix Conrad, geb. 13. August 1771. Er war es, der das Gut Balitz vergrößerte und verbesserte, da er im Jahre 1814 den zu Lüssow gehörenden v. Wolffradtschen Antheil für 11600 Thlr. ankaufte und demnächst die Gebäude ganz neu aufführen ließ. Hier schlug er dann auch seinen Wohnsitz auf, und nannte, unter Genehmhaltung der Königl. Regierung, Balitz von nun an Gloeddenhof. Das Gut Willerswalde dagegen wurde 1815 an seinen Schwestersohn Carl Felix Bernhard v. Buggenhagen für 60.000 Thlr. Pomm. Courant verlauft. Ohne, wie es scheint, vorher Soldat gewesen zu sein, griff er im Anfange des Jahres 1813 zum Schwerte, und übernahm als Major den Befehl über einen Schlachthaufen der Schwedisch -Pommerschen Landwehr. Der Major von Gloedenhof, wie man ihn von da an zu nennen pflegte, gerieth aber in der Folge, aus Ursachen, die nicht bekannt ge worden sind, so tief in Schulden, daß er selber mit seiner Familie Noch leiden mußte, und sein Vermögen, zur Sicherstellung und Befriedigung der Gläubiger, ums Jahr 1824 einer Curatel-Verwaltung, bestehend aus seinem Schwiegersohne, Abraham Friedrich Bunge, Besitzer des Rittergutes Kl. Kisow, seinem einzigen Sohne Carl Felix Wilhelm v. Gloeden, und dem Greifswalder Stadt-Syndycus Dr. Carl Gesterding, als litis curator, übergeben werden mußte. Er starb, in Folge eines auf der Rückreise von Anklam nach seinem Wohnsitz in der Gegend von Quilow erfolgten Umsturzes des Reisewagens und der dadurch erlittenen schweren Verletzung am 27. September 1840 zu Gribow. Sein eben genannter Sohn, geb. 30. April 1798, welcher nach Regulirung der Schuldenverhältnisse des Vaters, im Jahre 1842 in den Besitz von Gloedenhof und Gribow trat, hat die Güter eine Zeitlang selber bewirthschaftet; sie dann aber verpachtet, da er sich weiterhin in Westpreußen ansessig gemacht hat. Seit 1853 ist Gloeden-Hof an einen einsichtsvollen Landwirth, Namens Rudolph, verpachtet. Von da an wurde Gribow von des Besitzers ältestem Sohne Carl Gustav v. Gloeden, geb. 22. Decbr. 1821, bewirthschaftet, der aber 1857 nach Putbus zog, worauf das Gut an Albert Horn verpachtet ward. Im Jahre 1863 ist Gribow durch Kauf in den Besitz von Abraham Friedrich Bunge, Genial von Auguste v. Gloeden, die eine ältere Schwester von Carl Felix Wilhelm v. Gl. ist, übergegangen.