Panik mit der OZ: Tierhalter auf Usedom in Angst

Da sind leider zwei Hunde gequält worden, ein Tier  in Anklam und ein Tier in Balm. Für die OZ der Anlaß, alle Hundehalter auf der Insel in Panik zu versetzen. Leichtfertig wird da etwas behauptet, was sicherlich nicht so ist.  Wahrscheinlich wars eine Eingebung, die den Redakteur so titeln ließ. Und daß Anklam nicht auf der Insel liegt, sagt uns schon ein Blick auf jedwede Landkarte.

Statt solch einen Mist zu verzapfen, sollte die OZ ihrem Online-Redakteur endlich mal einen Deutschkurs spendieren, gibts in der Volkhshochschule für wenig Geld. Dann kämen nicht mehr solche verunglückten Texte ins Blatt:

Ein in Richtung Groß Ernsthof fahrender Pkw kam am Freitagnachmittag aus noch ungeklärter Ursache einer scharfen Rechtskurve ins Schleudern und überschlug sich. Wie die Polizei berichtete, konnte sich Fahrer sich alleine aus dem Fahrzeug befreien. Er blieb wie durch ein Wunder unverletzt.

Wenn man  nicht in der Lage ist, unangepaßtes Fahrverhalten als das zu benennen was es ist, braucht es eben höhere Mächte, die Wunder vollbringen.  Hier in der Gegend hat man es zwar nicht so mit Gott und den höheren Wesen, aber wenn man mal wieder die Haupt-Unfallursache ungenannt lassen möchte, dann schreibt man eben doch was Eschatologisches herbei. Dann kann man auch ruhig 2x sich in einem Satz stehen haben und den Fahrer ohne Artikel aus dem Auto kriechen lassen.

Ungeklärte Ursache einer scharfen Rechtskurve…

Ist es Aufgabe einer Lokalzeitung, das unverantwortliche, unangepaßte Fahrverhalten doch meistens jugendlicher Wagenlenker zu verschleiern? Ich meine nein. Ich finds grottenpeinlich.

2 Replies to “Panik mit der OZ: Tierhalter auf Usedom in Angst”

  1. Apropos Deutschkurs. Die neue Rechtschreibung gilt seit 2002. Danach: Anlass, angepasst! Oder sind Sie Grass-Fan, der in seinem Altersstarrsinn die Rechtschreibreform ablehnt?
    Über die Senations-Schlagzeilen kann ich mittlerweile nicht mehr nur den Kopfschütteln, die regen mich maßlos auf. Dabei ist der Hunde-Artikel selber in Ordnung.

  2. Edward,

    ich gehöre zu der Generationn 60+, die die alten Regeln bis zum natürlichen Ableben anwenden darf 😉
    Über Grass habe ich meine Examensarbeit vor langer langer Zeit geschrieben, da ging es noch nicht um Rechtschreibregeln. Seine Halsstarrigkeit ist notorisch, aber die Welt braucht Halsstarrigkeit, sonst geht sie unter im oberflächlichen Mainstream ;=) Ich nehme ihn mir nicht zum Vorbild, aber ab und an bin ich mit ihm einer Meinung.

    Die Probleme bei der OZ liegen ja nun mal nicht in der Rechtschreibung, sondern bei Bezügen, Herleitungen und Syntax … da hilft vielleicht ein Kurs nicht, ein Journalistikgrundstudium eher.

    Haben Sie einen guten Abend!

    C. Müller-Gödecke