Schlagwort: Gützkow

Historisches … Heimatkunde

Die Digitalisierung der Bibliotheks-Bestände vieler Universitäten ist unumgänglich, nützlich und macht große Fortschrtte. Das Google-Books-Projekt bietet viele Schätze, die noch zu heben sind.

Ich habe mir inzwischen eine ganze „Bibliothek“ mit alten Werken, die in irgendeiner Weise Gribow oder Gützkow betreffen, zusammengestellt und werde nun beginnen, ein wenig Heimatkunde auf gribowski.de zu betreiben. Dabei werde ich den entsprechenden Text entweder komplett oder als Ausschnitt der gescannten Buchseite einbinden, dann aber für die Schrift-Unkundigen den Text darunter wiederholen.

Zudem werde ich alle möglichen Informationen, die ich zu dem jeweiligen Buche fand, hinzufügen. Dies alles in einer neuen Kategorie: Heimatkunde.

"Zeitung für den deutschen Adel" Tageschronik

Was kann man bei so schlechtem Wetter

anderes tun als zu schmökern? Und da bieten sich alte Sagen und Märchen geradezu an. Und wenn sie noch aus der Gegend stammen, umso interessanter.

Hier nun also die alte Sage von den Götzenfliegen.

Die Götzenfliegen zu Gützkow.

Im Jahre 1128 kam der Bischof Otto von Bamberg, als er zur Bekehrung der Pommern ausgezogen war, auch in das Städtlein Gützkow. Dasselbe war damals ein Hauptgötzennest des Pommerlandes, und der fromme Bischof hatte viele Last, das Volk von seiner Abgötterei zum wahren Christenthum zu bekehren. Als ihm dieses endlich gelang, fand er daselbst so viele heidnische Götzenbilder vor, daß mehrere Joch Ochsen vonnöthen waren, um sie aus der Stadt zu schleppen, allwo der Bischof sie verbrennen ließ. Hierbei war es denn wunderbar und zugleich erschrecklich anzusehen, wie auf einmal aus den Götzentempeln und Bildern eine solche große Menge von Fliegen hervorkamen, daß davon die ganze Stadt als von einer schwarzen Wolke bedecket ward. Das Wunderbarste aber war, daß diese Fliegen lange Zeit von der Stadt nicht weichen wollten. Sie entflohen erst, nachdem der Bischof und seine Geistlichkeit mit Weihwasser und Weihrauch ihnen entgegen gezogen waren, und ihnen als bösen Geistern, im Namen des höchsten Gottes geboten hatten, sich davon zu machen. Da sah man sie denn in großen, dunkelen Haufen nach der Insel Rügen, und dort nach der alten Stadt Arkona hin fliegen, wo zu damaliger Zeit der Oberste der Pommerschen Götzen, der gräuelvolle Swantewit, seinen Sitz und seinen Tempel hatte.

Quelle: Jodocus Deodatus Hubertus Temme: Die Volkssagen von Pommern und Rügen. Berlin 1840, S. 47-48.

Musca_domestica

Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Musca_domestica_Portrait.jpg

Wertstoffhof in Gützkow

Im Amtsblatt las ich eine Ankündigung, daß nunmehr in Gützkow ein Wertstoffhof für alle Bürger eingerichtet sei. Auch die Öffnungszeiten wurden angegeben, jedoch keine Adresse.

Als Noch-Nicht-So-Ortskundige wunderte ich mich, sollte der Wertstoffhof so einfach zu finden sein, daß er keine Adresse braucht? Sicherlich nicht, denn im Lokalteil der Ostseezeitung vom 24. Juni lese ich, daß sich der unlängst von der Ver- und Entsorgungsgesellschaft Ostvorpommern (VEO) neu eingerichtete Wertstoffhof in Gützkow dort offenbar noch nicht richtig herumgesprochen habe.

Der Bürgermeister habe den Eindruck, daß die öffentliche Abfall-Sammelstelle von den Bürgern nur mäßig angenommen werde.

Altglas

Foto: DeFoty, „Altglas“, CC-Lizenz (BY 2.0), http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/deed.de

Tja? Wundert Sie das? Auch in diesem Artikel ist wieder nur die Rede davon, daß der Wertstoffhof im Gützkower Gewerbegebiet angesiedelt sei. Immerhin wird in diesem Artikel aufgelistet, welche Art Abfall entgegengenommen wird zu welchen Zeiten. Aber die Ortsangabe fehlt immer noch.

Es geht eben nichts über eine gute Informationspolitik.

PS: Auf der Seite der Abfall-Entsorgungsgesellschaft VEO fand sich dann endlich eine detaillierte Information.