Kategorie: Nach-Wende-Ruinen

Der Herbst kommt

Manchmal sind wir neugierig und nehmen nicht den direkten Weg nach Gribow. So auch gestern. Auf der B96 bei Bandelin sagten wir fast gleichzeitig: „Hier sind wir noch nie abgebogen“ und so ging es über die A20. Das Gelände ist ein wenig welliger als auf unserer Seite, die Landschaft wirkt noch ein wenig harmonischer als „bei uns“.

In Kuntzow  steht ein altes Gutshaus, auch es wohl eine Nachwende-Ruine. Die Fenster offen, Türen vernagelt, Reste des Schmuckes über der Tür sind noch zu erkennen, ein altes Wappen, traurig. Drumherum neue Gebäude, Stallgebäude.

Gutshaus in Kuntzow

Das Haus gehörte der Familie von Corswandt und wurde 1812 erbaut. Die Familie floh 1945 nach Schweden, das Haus wurde geplündert.
Walter von Corswandt wurde 1927 pommerscher Gauleiter der NSDAP, das Schloß Sitz der Gauleitung, hier entstand die SS in Pommern. 1934 wurde W. von Corswandt Landrat, blieb Gauleiter zur besonderen Verwendung, bis er 1944 starb.1
Diese unrühmliche Vergangenheit mag der Grund sein, daß bis heute das Haus leersteht und verfällt. Wer mag solch ein Erbe antreten, oder investieren, mit solcher Vergangenheit im Nacken?

Eine gepflasterte Straße biegt von der Landstraße ab, in Richtung Alt-Jargenow. Ein heimeliger kleiner Ort, wohl 30 Einwohner. Die Häuser allesamt liebevoll restauriert, herrliche Ruhe. Selbst dem Storch scheint es zu gefallen, seine Kollegin in Strellin sind schon losgeflogen, er räumt sein Nest auf und scheint noch nicht abreisebereit zu sein.

Auf Feldwegen nähern wir uns der Peene, die Landschaft strahlt im Abendlicht und verabschiedet uns mit einem dramatischen Abendhimmel.

Wir haben wieder neue Ort, neue Facetten entdeckt.
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1) Die Informationen stammen aus dem Buch „Ostvorpommern“ von Eckhard Oberdörfer, Edition Temmen, Bremen 2006, ISBN 3-86108-917-3

Gut Broock bei Alt Tellin im Tollense-Tal

Schon die Luftaufnahme zeigt die Zerstörung. Das Gutshaus von Broock im neugotischen Stil ist nur noch Fassade.

Größere Kartenansicht
Seit 1980 steht das Anwesen leer, in der DDR-Zeit diente es wie viele der Gutshäuser zu Wohnzwecken. Artikel in Wikipedia und anderswo bezeichnen es als „renovierungsbedürftig„, mein laienhaftes Empfinden sieht es eher als „verloren“ an. Wie soll dem Verfall begegnet werden, wenn es seit 32 Jahren leersteht, nun in Privatbesitz? Das Haus steht unter Denkmalschutz, aber wer schützt es?

Mir stellt sich wie auch bei anderen Nachwende-Ruinen hier in der Gegend die grundsätzliche Frage nach dem verpflichtenden Eigentum. Wenn ein Besitzer die notwendige Renovierung, den notwendigen Erhalt nicht leisten kann, darf er es dann noch besitzen? Und kann die Gemeinschaft, der Staat, den Bestand garantieren, die Gebäude wiederherstellen? Welche Nutzung böte sich an?

Auch wenn es keine Antworten auf diese Fragen gibt, müssen sie doch gestellt werden. Und das kulturelle Erbe nicht nur erhalten, sondern geschützt werden.

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Schlösser im Verfall und Wiederaufbau

Mithilfe der Liste der Burgen und Schlösser in Mecklenburg-Vorpommern bei Wikipedia und den GoogleMaps such ich mal zusammen, was es hier in der Gegend so an kulturellem Erbe gibt. Diese Karte werde ich mit der Zeit weiter ausbauen, gibt ja viel zu sehen hier.

Ist schon traurig, wie viele Gebäude verfallen und verkommen.

Te Üh Te Zett Pe Aa Te Zett

Ja, Tützpatz ist ein einzigartiger Ort mit einem einzigartigem Namen. Durch diesen Namen wurde ich neugierig. Und so haben wir einen kalten Samstag-Nachmittag genutzt, um dort einmal nachzuschauen.
Und die Buchstabierei im Titel sagte uns eine nette Dame im Park auf.

Informationen über das Schloß hatte ich schon im Internet gefunden. So bei WikiPedia, aber auch bei „Orte in MV„.
So wußte ich auch, daß das prachtvolle Gutshaus Anfang des 20. Jahrhunderts wiederaufgebaut wurde, in der DDR-Zeit als Kulturhaus diente und seit der Wende verfällt.

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Traurig, traurig. Das Anwesen verfällt, weil der Besitzer es verfallen läßt. Und er wird nicht in die Pflicht genommen. Das macht mich wütend.

Welch ein Gegensatz dann das Gutshaus von Gützkow. Hier sieht man, daß es möglich ist, Altes, vom Verfall Bedrohtes, zu erhalten.