Kategorie: Keine Nazis!

Infam, zutiefst infam

Wer die Erinnerung an die Opfer des Faschismus zerstört, ermordet diese Menschen ein zweites Mal.

herausgerissener Stolperstein in Greifswald

Zu einem gutgewählten Zeitpunkt, der Nacht auf den 9. November 2012,  74 Jahre nach der Reichspogromnacht, rissen Nazis in Greifswald alle zwölf Stolpersteine aus dem Pflaster, welche zur Erinnerung an Opfer des Faschismus, an Menschen die von den Nazis im Dritten Reich umgebracht wurden, dort eingelassen waren.

Eine solch infame Tat, daß ich vor Wut heulen könnte. Wie primitiv, abgestumpft sind diese Menschen und gleichzeitig wie abgefeimt?

Wolgast hat keinen Platz für Neonazis

Kein Ort für NeonazisAm 9.11.2012 haben die Bürger von Wolgast gezeigt, dass sie die Provokationen der Neonazis am Gedenktag der Reichsprogromnacht und der Maueröffnung nicht dulden.

Ein stiller Lichterumzug durch das Wohngebiet, Ansprachen und Kulturprogramm (die CDU zeigte sich mal wieder nicht!) zeigten dies. Bürger aller Altersgruppen nahmen teil, Familien mit Kindern, ältere Menschen, junge Menschen. Das tat gut. Auch wenn die Ansprachen der Politiker und Bürgervertreter schon entschlossenener hätten sein können, allen war der Stolz auf den gemeinsamen Protest anzumerken.

Vorpommern: demokratisch, bunt, weltoffen

Auch wenn die Bundestagsabgeordnete der Linken noch ein wenig den Unterschied zwischen Synagoge und Synode lernen muß ;=) Aber das nur am Rande.

Ganz toll finde ich, daß junge Leute mit einer mehrstündigen Sitzblockade den Marsch der Neonazis in die Stadt gestoppt haben. Sie haben mutig Widerstand geleistet, sie haben gezeigt, daß wir hier in Vorpommern keine „braune“ Ecke sind, daß die wirklich tendenziösen Berichte in manchen Medien nicht zutreffen, sie haben gezeigt, daß sie sich mutig dem braunen Ungeist entgegensetzen.

Es muß doch endlich jemand den Demagogen Pastörs und Andrejewski  das Handwerk legen, die NPD muss endlich verboten werden.

PS: Das ZDF berichtete in der 22:00-Uhr-Heute-Sendung über den Abend in der Stadt: hier ansehen

der 9.te November: ein historisches Datum für Deutschland und Wolgast

  • am 9.11.1918 verkündet der Reichskanzler die Abdankung des Kaisers und Scheidemann ruft die deutsche Republik aus => Novemberrevolution
  • am 9.11.1923 wird der Hitler-Ludendorff-Putsch niedergeschlagen
  • am 9.11.1925 gründet Hitler die Schutzstaffel (SS)
  • am 9.11.1938 brennen die Synagogen in Deutschland, kommt es landesweit zu Übergriffen auf jüdische Bürger = Reichskristallnacht
  • am 9.11.1989 fallen die innerdeutschen Grenzen, die Vereinigung beginnt

Und 2012?

Kein Ort für NeonazisAn einem solchen Tag darf man die Straße nicht den Neonazis mit ihren Fackelzügen überlassen.
An einem solchen Tag darf es keine rechtsradikalen Märsche, Kundgebungen, Übergriffe geben.
An diesem  Tag müssen wir ein deutliches Bekenntnis zur Freiheit Aller, gegen Gewalt und Ausländerhaß ablegen.
An diesem Tag müssen wir gemeinsam zusammenstehen. Das Bündnis Vorpommern: weltoffen, demokratisch, bunt stellte eine Liste der Veranstaltungen, der Mahnwachen,  der Kundgebungen in Wolgast zusammen.

Deshalb finde ich es auch ausgesprochen erstaunlich, daß sich die CDU nicht an den gemeinsamen Aktionen beteiligt. (Auf den vorpommerschen Internetseiten dieser Partei ist nichts dazu finden und auf der Liste der Mahnwachen etc. steht sie auch nicht.)

Hier die Info-Karte:

 

Kein Ort für Neonazis – auch Gribow nicht!

Kein Ort für NeonazisEs gibt ein starkes Aktionsbündnis gegen die NPD und das für den 11. August geplante „Pressefest“ in Pasewalk – Viereck.

Die Landrätin des Landkreises Ostvorpommern – Greifswald ruft zusammen mit den Bürgermeistern des Kreises alle Bürger auf, sich gegen die Neonazis und für ein freies und weltoffenes Vorpommern zu engagieren. Dazu gehört auch eine Plakataktion in den Orten des Kreises.
Bisher habe ich aber nur in Wolgast dieses gelbe Plakat gesehen.

Nun werde ich heute schauen, ob  auch in Gribow das Plakat zu sehen ist und sich deutlich gegen Neonazis bekennt. Ich hoffe, daß ich das Plakat finden werde.

Wer immer noch nicht weiß, warum Nazismus gefährlich ist und warum Neonazis eine Gefahr darstellen, sollte sich die Antworten auf die häufigsten Fragen zu diesem Thema einmal durchlesen: Häufigste Fragen zum Thema.

Wenn überall weggeschaut wird, wenn niemand Stellung bezieht, dann hat Unrecht freie Hand. Wir dürfen nicht zulassen, dass faschistisches Gedankengut ignoriert oder verharmlost wird. Wir dürfen nicht ignorieren, daß in den letzten 20 Jahren seit der Wende  mehr als 200 Menschen in Deutschland Opfer rechter Gewalt wurden, umgebracht wurden, totgeschlagen wurden.

Jeder Mensch hat gleiche Rechte und die gleiche Würde. Deshalb muß heute, am 11. August 2011, deutlich werden, dass wir die Neonazis mit ihrer Gewaltideologie nicht dulden werden und daß Vorpommern kein Ort für Nazis ist.

Hintergrund:

Die NPD will das diesjährige „Pressefest“ ihres Parteiorgans „Deutsche Stimme“ erstmalig in Mecklenburg-Vorpommern abhalten. Bei der Veranstaltung treten regelmäßig Parteikader als Redner sowie rechtsextreme Liedermacher und Bands auf. Dementsprechend hoch waren stets auch die Besucherzahlen. 2006 besuchten 7000 Neonazis diese rechtsextreme Propagandaveranstaltung, damals in Dresden-Pappritz. Erst 2010 wurde das Pressefest wieder neu aufgelegt. Etwa 2000 Rechtsextreme nahmen an der Veranstaltung im sächsischen Jänkendorf teil.
Weitere Infos:

Antonio – Amadeu – Stiftung

Vorpommern – weltoffen – demokratisch – bunt

Mut gegen rechte Gewalt